Der Posaunenchor Staffort
- "Halleluja! Lobet Gott in Seinem Heiligtum … Lobet ihn mit Posaunen … Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“ (Psalm 150,1.3.6) Auf 3.000 Jahre alte Biblische "Einsetzungsworte" berufen sich Evangelische Posaunenchöre schon jahrhundertelang – seit 2016 werden sie als Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO gewürdigt! Lange hatten Bläser es aber schwer, in Kirchen spielen zu dürfen. Martin Luther, der selbst an der Laute komponierte, empfand Trompeten als "himmlisches Feldgeschrei" oder "scheußliches Gottes-Ehr-Schreien". Gleichwohl wurden um 1500 erste Bläser-Motetten komponiert, Michel Praetorius prägte 1618 den Namen "Posaunen Chor", Johann Sebastian Bach sah in einigen Kantaten ausdrücklich Posaunen vor. Ihr Siegeszug als kirchliche Freiluft-"Allwetter-Orgeln" begann 1731 in der Herrnhuter Brüdergemeine, 1738 bereits mit Bläser-Einsatz am frühen Ostermorgen! Doch erst im Lauf des 19. Jahrhunderts verbreiteten sie sich im Zuge der Erweckungsbewegungen als Instrumente der Volksmission in ganz Deutschland – oft in Evangelischen Jünglingsvereinen (CVJM) - und auch in England als "Brass Bands" der Heilsarmee. In unserer Nachbarschaft wurden 1896 die Posaunenchöre in Blankenloch und Friedrichstal gegründet, 1910 in Spöck. 1921, im selben Jahr, in dem in Staffort die 2. Generation Kirchenglocken läuteten, waren auch hier erstmals Posaunen-Klänge zu hören. Da diese erste Initiative aus Mangel an Probenräumen bereits fünf Jahre später wieder einschlief, blieb ihr aber 1934 die Zwangseingliederung in die nationalsozialistische "Reichsmusikkammer" erspart. Umso schneller kam es 1946 schon kurz nach dem Ende des "Dritten Reiches" in Staffort zur Posaunenchor-Neugründung, auch diesmal mit Unterstützung des EC-Jugendbundes der seit 1910 hier bestehenden Liebenzeller Gemeinschaft. Seine kirchenmusikalische "DNA" kommt bis heute bei jedem Einsatz zum Tragen. Dass seit der Jahrtausendwende gelegentlich profane Musik wie etwa Kinohits Aufnahme ins Repertoire findet, ist der ununterbrochenen Verjüngung des Ensembles zu verdanken, da sich die musikalischen Prägungen der Bläserinnen und Bläser von Generation zu Generation unentwegt wandeln. Deshalb bringt unser Posaunenchor regelmäßig eine erfreulich große Bandbreite alten und neuen geistlichen Liedguts zu Gehör.
| Verfasserangaben: | Ute Becker, Jochen Gamer, Gertrud StoberGND, Wilhelm StoberGND, Wilfried SüßGND, Holger MüllerGND, Manfred G. RauppGND |
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| DOI: | https://doi.org/10.57962/regionalia-26325 |
| Untertitel (Deutsch): | Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum seines Bestehens und zum 100-jährigen Jubiläum seiner ersten Gründung |
| Dokumentart: | Buch (Monographie) |
| Sprache: | Deutsch |
| Jahr der Erstveröffentlichung: | 2021 |
| Beteiligte Körperschaft: | Evangelische Kirchengemeinde Staffort-Büchenau |
| GND-Schlagwort: | Stutensee-Staffort GND; Posaunenchor GND; Geschichte GND; Festschrift GND |
| Auflage: | Zweite, ergänzte Auflage |
| Seitenzahl: | 51 |
| Bemerkung: | Titel auf dem Einband: Posaunenchor Staffort : 75 Jahre Bestand - 100 Jahre Gründung : Festschrift zum Jubiläums-Gottesdienst am 12. Dezember 2021 |
| DDC-Sachgruppen: | 700 Künste und Unterhaltung / 780 Musik / 780 Musik |
| Systematik der Landesbibliographie: | Sprache, Literatur, Kunst und Kultur / Musik / Musik- und Gesangskunst |
| Lizenz (Deutsch): | Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International |


