Unterdrückung - Anpassung - Bekenntnis

- Ein Langzeitprojekt zur Erforschung der Geschichte der Landeskirche im "Dritten Reich" mit Schwerpunkt auf den Jahren des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit geht mit dieser Publikation seinem letztlich glücklichen Ende entgegen, denn zeitweise stand in Frage, ob diese Publikation überhaupt noch zustande kommen würde. Die hohe Qualität der eingereichten Beiträge, die sich u.a. darin ausdrückt, dass viele von ihnen bereits vorab in anderen Arbeiten zitiert wurden, hat die Herausgeber jedoch davon überzeugt, dass das Erscheinen dieses Bandes einem grundlegenden Bedürfnis der Forschung entspricht, zumal keiner der Beiträge, auch wenn sein Abschluss bereits mehrere Jahre zurückliegt, als überholt gelten darf. Den Autoren der vorliegenden Beiträge ist für ihre Geduld und Langmut zu danken. Das Projekt wollte sich vor allem auch mit der Frage der Brüche und der Kontinuitäten vom Übergang des "Dritten Reiches" zur Nachkriegszeit auseinandersetzen. Wo gab es ein Ende, was fand - eventuell auch unter anderen Vorzeichen - eine Fortsetzung? Wo gibt es Kontinuitäten bei den Strukturen oder den beteiligten Personen, wo war nach 1945 ein vollkommener Neubeginn unabweisbar und vor allem, wie gingen die an führender Stelle beteiligten Personen - wie etwa Landesbischof Kühlewein oder der Rechtsreferent Otto Friedrich - mit den Erfahrungen aus der Zeit des Dritten Reiches um? In der Beurteilung der Rolle der evangelischen Kirche in der NS-Zeit und den notwendigen Anforderungen an einen Neuanfang nach dem Zusammenbruch standen sich unterschiedliche Haltungen gegenüber: Die Einen betonten die "lntaktheit" der Landeskirche in der NS-Zeit und damit auch die ungebrochene Legitimität der kirchenleitenden Institutionen in der Nachkriegszeit; hinsichtlich des eigenen Verhaltens in der NS-Zeit neigten nicht wenige dazu, sich selbst in der Rolle des arglistig getäuschten Opfers zu sehen. Auf der anderen Seite standen "Außenseiter" und Verfolgte des Regimes sowie junge, kritische Theologinnen und Theologen aus um Umfeld der Bekennenden Kirche und der dialektischen Theologie, die unter den Maßnahmen der Kirchenleitung in der NS-Zeit besonders zu leiden gehabt hatten, die sich nun von der "Unbußfertigkeit" der Kirche erschüttert zeigten und einen radikalen Neubeginn unter den Vorzeichen einer echten Demokratisierung der evangelischen Kirche forderten. Nur im übergreifenden Zusammenhang lassen sich solche Fragen beantworten. Dazu möchte dieser Band einen ersten Beitrag leisten.
| DOI: | https://doi.org/10.57962/regionalia-27492 |
|---|---|
| Titel des übergeordneten Werkes (Deutsch): | Veröffentlichungen des Vereins für Kirchengeschichte in der Evangelischen Landeskirche in Baden |
| Untertitel (Deutsch): | die Evangelische Kirche in Baden im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit |
| Schriftenreihe (Bandnummer): | Veröffentlichungen des Vereins für Kirchengeschichte in der Evangelischen Landeskirche in Baden (63.2009) |
| Herausgeber*in: | Udo WennemuthGND, Eckhart MarggrafGND, Jörg ThierfelderGND |
| Dokumentart: | Buch (Monographie) |
| Sprache: | Deutsch |
| Jahr der Erstveröffentlichung: | 2009 |
| Beteiligte Körperschaft: | Verein für Kirchengeschichte in der Evangelischen Landeskirche in Baden |
| GND-Schlagwort: | Baden GND; Evangelische Landeskirche in Baden GND; Nachkriegszeit GND; Nationalsozialismus GND; Staat GND; Kirche GND; Geschichte GND |
| Seitenzahl: | 483 |
| DDC-Sachgruppen: | 200 Religion / 270 Geschichte des Christentums / 270 Geschichte des Christentums, Kirchengeschichte |
| 200 Religion / 280 Christliche Konfessionen / 280 Christliche Konfessionen und Sekten | |
| Systematik der Landesbibliographie: | Religion und Weltanschauung / Evangelische Kirche / Evangelische Landeskirche in Baden |
| Lizenz (Deutsch): | Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International |


