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In der vorliegenden Untersuchung sollte festgestellt werden, in wie weit die biologische Stechmückenbekämpfung mit B.t.i.
(Bacillus thuringiensis israelensis) und die dadurch reduzierte Stechmückenzahl (Diptera, Culicidae) einen Einfluss auf die
Nahrungszusammensetzung von Vögeln haben kann, die ihre Nahrung im Flug erbeuten oder von der Vegetation absammeln. Hierzu wurde mit Hilfe der Halsringmethode die Zusammensetzung der Nestlingsnahrung von in den Rheinauen brütenden Mehlschwalben (Delichon urbica), Teichrohrsängern (Acrocephalus scirpaceus), Trauerschnäppern (Ficedula
hypoleuca), Kohlmeisen (Parus majoi) und Blaumeisen (Parus caeruleus) überprüft. Begleitend dazu wurde die Fluginsektenfauna mit dem Autokescher gefangen und der Anteil der verschiedenen Insektengruppen bestimmt. Es zeigte sich, dass die Hauptaktivitätszeit der Stechmücken (bes. Aedes vexans) erst gegen Abend beginnt, während die
im Flug jagenden Mehlschwalben etwa 60 Minuten vor Sonnenuntergang die Fütterung der Nestlinge zunehmend einstellen. Eine Probenahme in der Zeit um den Sonnenuntergang herum war bei den Vögeln nicht mehr möglich. In den Autokescherfängen, die parallel zu der Beprobung der Mehlschwalben durchgeführt wurden, also deutlich vor Sonnenuntergang, konnte nur einmal eine Stechmücke nachgewiesen werden. In den späteren Autokescherfängen (von 30 min vor bis 30 min nach Sonnenuntergang) waren von April bis Juni nur vereinzelt Stechmücken vorhanden, im Juli stieg ihre Anzahl und nahm dann im August wieder ab. Den höchsten Anteil an der Gesamtzahl der mit dem Autokescher gefangenen Insekten erreichten die Stechmücken im Kontrollgebiet NSG Biedensand bei Sonnenuntergang im Juli mit 31,3 %. Sonst blieb ihr Anteil meist (deutlich) unter 5 %. Die fehlende Überschneidung der Aktivitätszeiten von Vögeln und Stechmücken zeigt sich auch an dem geringen Anteil (0,09 %) der Stechmücken in den Nahrungsproben der Mehlschwalben. Die Vögel fütterten ihre Nestlinge vorzugsweise mit Blattläusen (Aphidina, bei der Erstbrut der Mehlschwalben) und Kurzflügelkäfern (Staphylinidae, bei der Zweitbrut). Bei den Vogelarten, die ihre Beutetiere von der Vegetation absammeln, wurden in 140 Proben nur beim Teichrohrsänger 5 Stechmücken in der Nestlingsnahrung gefunden (Anteil: 5,3 %), davon waren 4 Larven. Vor allem Kohl- und Blaumeise bevorzugten Schmetterlingslarven, aber auch bei Teichrohrsänger und Trauerschnäpper war der Anteil der nicht flugfähigen Tiere (Raupen, Spinnen, Blattläuse) vergleichsweise hoch. Unter den Diptera wurden größere Exemplare bevorzugt (z.B. Tipulidae, Syrphidae). Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass der Anteil der Culicidae am Beutespektrum der untersuchten auenbewohnenden Vogelarten sehr gering ist und auch bei einem höheren Stechmückenaufkommen kaum ansteigen würde. Somit kann die Reduzierung der Stechmückenzahl durch die Bekämpfung mit B.t.i. keinen nachteiligen Einfluss auf die Ernährung dieser Vögel haben.
Der Posaunenchor Staffort
(2021)
"Halleluja! Lobet Gott in Seinem Heiligtum … Lobet ihn mit Posaunen … Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“ (Psalm 150,1.3.6) Auf 3.000 Jahre alte Biblische "Einsetzungsworte" berufen sich Evangelische Posaunenchöre schon jahrhundertelang – seit 2016 werden sie als Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO gewürdigt! Lange hatten Bläser es aber schwer, in Kirchen spielen zu dürfen. Martin Luther, der selbst an der Laute komponierte, empfand Trompeten als "himmlisches Feldgeschrei" oder "scheußliches Gottes-Ehr-Schreien". Gleichwohl wurden um 1500 erste Bläser-Motetten komponiert, Michel Praetorius prägte 1618 den Namen "Posaunen Chor", Johann Sebastian Bach sah in einigen Kantaten ausdrücklich Posaunen vor. Ihr Siegeszug als kirchliche Freiluft-"Allwetter-Orgeln" begann 1731 in der Herrnhuter Brüdergemeine, 1738 bereits mit Bläser-Einsatz am frühen Ostermorgen! Doch erst im Lauf des 19. Jahrhunderts verbreiteten sie sich im Zuge der Erweckungsbewegungen als Instrumente der Volksmission in ganz Deutschland – oft in Evangelischen Jünglingsvereinen (CVJM) - und auch in England als "Brass Bands" der Heilsarmee. In unserer Nachbarschaft wurden 1896 die Posaunenchöre in Blankenloch und Friedrichstal gegründet, 1910 in Spöck. 1921, im selben Jahr, in dem in Staffort die 2. Generation Kirchenglocken läuteten, waren auch hier erstmals Posaunen-Klänge zu hören. Da diese erste Initiative aus Mangel an Probenräumen bereits fünf Jahre später wieder einschlief, blieb ihr aber 1934 die Zwangseingliederung in die nationalsozialistische "Reichsmusikkammer" erspart. Umso schneller kam es 1946 schon kurz nach dem Ende des "Dritten Reiches" in Staffort zur Posaunenchor-Neugründung, auch diesmal mit Unterstützung des EC-Jugendbundes der seit 1910 hier bestehenden Liebenzeller Gemeinschaft. Seine kirchenmusikalische "DNA" kommt bis heute bei jedem Einsatz zum Tragen. Dass seit der Jahrtausendwende gelegentlich profane Musik wie etwa Kinohits Aufnahme ins Repertoire findet, ist der ununterbrochenen Verjüngung des Ensembles zu verdanken, da sich die musikalischen Prägungen der Bläserinnen und Bläser von Generation zu Generation unentwegt wandeln. Deshalb bringt unser Posaunenchor regelmäßig eine erfreulich große Bandbreite alten und neuen geistlichen Liedguts zu Gehör.