76.2019
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Nachruf
(2019)
Nachruf
(2019)
Er war ihre letzte Hoffnung. Die neue und noch sehr junge Sekretärin des Engener Bürgermeisters brauchte dringend einige Informationen für ihren ungeduldigen Chef, aber keiner konnte ihr helfen. Sie war aufgeregt, ratlos, und verzweifelt. Alfred Gschlecht konnte helfen. »Kumm, wir gonnt ens Archiv und gucket mol.« In aller Ruhe zog er an den Schnürle der badischen Aktenbände, blätterte suchend in den Akten und fand das Gewünschte. Glücklich und beeindruckt zog die junge Frau ab. Das kleine Erlebnis prägte sie für ihr ganzes Leben.
Rohstoffabbau im Hegau
(2019)
Dieser Beitrag reflektiert das Thema des oberflächennahen Rohstoffabbaus im Hegau und gibt einen Abriss zu aktuellen Entwicklungen. Kritische Positionen zum Rohstoffabbau, wie in der Regel von »betroffenen« BürgerInnen und von Naturschutz- und Umweltschutzverbänden vorgetragen, werden von »befürwortenden« Interessengruppen gerne so ausgelegt, dass »diese Kreise doch grundsätzlich und generell gegen die Nutzung von heimischen Rohstoffressourcen sind«. Auf der Grundlage derartig polarisierender Wertungen war und ist es meist nicht einfach, einen konstruktiven Dialog zu führen.
Wenn Bürger, Bund, Länder, Städte und Gemeinden keine Rohstoffe mehr für die öffentliche Daseinsvorsorge benötigen würden, müssten keine Rohstoffe mehr abgebaut werden. Dann hätten sich die meist emotionsgeladenen Diskussionen um Rohstoffabbau in Teilen unseres Landes erübrigt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zum Leben braucht der Mensch neben Wasser und Nahrung auch Rohstoffe für den Bau von Wohnungen, Arbeitsstätten, Infrastrukturen und kulturellen Einrichtungen. Nur mit dem Bereitstellen und Abbau von Rohstoffen kann die öffentliche Daseinsvorsorge erfüllt werden.
Es gibt Reden, die auch nach über 50 Jahren bemerkenswert und des Zitierens wert sind. Am 9. Juni 1967 hielt der legendäre Konstanzer Landrat Dr. Ludwig Seiterich (1904–1979) eine Dankesrede anlässlich der Verleihung der Alexander-von-Humboldt- Medaille an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Die Universität verlieh ihm die Medaille ausdrücklich für seine Verdienste um den Naturschutz am Bodensee. Die damalige Kreisstelle für Naturschutz und Landschaftspflege veröffentlichte diese Rede 1967 in ihrem Nachrichtendienst Nr. 90.
Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich in Leipzig, aufgrund von Art. 108 der Weimarer Verfassung errichtet, ist nicht oft zusammengetreten. Er ist nicht mit dem Reichsgericht, das ebenfalls in Leipzig angesiedelt war, zu verwechseln. Er bezeichnete sich selbst 1927 als »Hüter der Reichsverfassung« und war unter anderem zuständig bei »Streitigkeiten nichtprivatrechtlicher Art zwischen verschiedenen Ländern oder zwischen dem Reiche oder einem Lande auf Antrag eines der streitenden Teile« (Art. 19. Abs. 1,2 nach der Weimarer Reichsverfassung von 1919). Er war mit höchsten Richtern besetzt und setzte sich aus dem Präsidenten des Reichsgerichts, drei Reichsgerichtsräten und je einem Richter des Preußischen Oberverwaltungsgerichts,
des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs und des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts zusammen.
Schleichend setzt auch im Hegau und im Bodenseeraum die Aufgabe von Kirchen ein, die in anderen Teilen Deutschlands längst zu Abrissen, zu Umnutzungen oder zum Umbau zahlreicher Kirchenbauten geführt hat. Die Zusammenlegung von Gemeinden zu Seelsorgeeinheiten, der Leerstand von Kirchen, die durch Überalterung und Schrumpfung der Gemeinden nicht länger benötigt werden, die Säkularisierung moderner Gesellschaften, aber auch verzögerte Sanierungen und Finanznöte gefährden nicht zuletzt den Erhalt solcher Kirchen und Gemeindebauten, die ab den 1950er Jahren mit großen Ambitionen errichtet und mit bedeutenden Kunstwerken ausgestattet wurden.
Leutnant Alain Le Ray (Jahrgang 1910) war schon im Januar 1941, also nur etwa ein halbes Jahr nach der deutschen Besetzung Frankreichs im Juni 1940, zusammen mit seinem Kameraden Tournon aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflohen, und zwar aus dem Offiziersgefangenenlager (Oflag) II D in Westphalenhof/Groß Born in Hinterpommern. Beide hätten es fast geschafft, sich bis nach Frankreich durchzuschlagen, wurden aber in Bingerbrück aufgegriffen und als Offiziere, die bereits einen Fluchtversuch hinter sich hatten, in das als ausbruchsicher geltende Lager Schloss Colditz in Sachsen verbracht.
Geboren wurde Edith Maria Victoria Liesegang – so ihr ursprünglicher und vollständiger Name – am 6. April 1896 in Düsseldorf am Niederrhein. Das letzte und produktivste Drittel ihres Dichterlebens verbrachte sie in Hemmenhofen auf der Höri. Dort stellte sie sich nach ihrer Ankunft im Sommer 1937 der Familie des Malers Otto Dix mit den Worten vor: »Ich bin die Tochter von Liesegang«, und alle fragten sich: »Wer zum Teufel ist Liesegang?«
Mit der Erlangung des Münzrechts für die Stadt Schaffhausen 1045 und der Gründung des Klosters Allerheiligen 1049 verlegte Eberhard der Selige das Machtzentrum seiner Familie vom Zürichgau an den Hochrhein und verlieh damit der bereits bestehenden, 1056 erstmals schriftlich fassbaren Nellenburg auf dem Nenzinger Berg bei Stockach ihre besondere Bedeutung. Weil zudem die Gemeinden des heutigen Kantons Schaffhausen Teil einer im Mittelalter entstandenen alemannischen »-ingen«- Landschaft sind und nicht nur geografisch, sondern meist längere Zeit auch herrschaftlich zum Hegau respektive zum Klettgau gehörten, finden sich heute noch zahlreiche grenzüberschreitend-verbindende kulturelle Elemente und Eigenheiten.