57.2018
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Das Basler Gasthaus "Drei Könige" war am 2. Juni 1817 Schauplatz der ersten Sitzung der badisch-französischen Rheingrenzberichtigungskommission. Regierungsvertreter des Königreichs Frankreich und des Großherzogtums Baden sollten, gemäß einer Auflage des "Zweiten Pariser Friedens" von 1815, zusammen mit den Vermessungsexperten der beiden Staaten, die Grenzverhältnisse an der gemeinsamen Grenze neu definieren. Der Talweg des Rheins markierte schon seit dem Westfälischen Frieden am Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1648 die Hoheitsgrenzen der Staaten am Oberrhein. Bestanden diese im 17. und 18. Jahrhundert noch aus einer Vielzahl von Fürstentümern, Grafschaften, Herzogtümern, Freien Reichsstädten, Rittergütern und Klöstern so hatte sich die Situation beiderseits des Rheins am Beginn des 19. Jahrhunderts grundlegend geändert.
Die Partnerschaft des Landkreises Rastatt mit der finnischen Stadt Vantaa ist in der Tat etwas Einzigartiges, vor allem weil sie zu den ältesten finnisch-deutschen Partnerschaften auf kommunaler Ebene zu zählen ist. Die älteste Partnerschaft auf Bundesebene ist sie allerdings nicht. Diese wurde 1954 von Bad Segeberg und Riihimäki begründet. Heute gibt es die stattliche Anzahl von 68 Partnerschaften zwischen finnischen und deutschen Gemeinden, Städten und Landkreisen. Doch sind die Partnerschaften auf Kreisebene insgesamt gesehen etwas überschaubarer geblieben. zwölf deutsche Landkreise sind es lediglich bundesweit, die Partnerschaften unterhalten, doch ist der Landkreis Rastatt hier einer der frühen Pioniere.
Nachts auf einem Bergrücken des Nordschwarzwaldes steht ein Wolf. Gestern war er noch im mittleren Murgtal. Er ist allein und prüft ruhig die vom Wind mitgetragenen Gerüche. Es ist nichts Verlockendes dabei. Dann wendet er und folgt dem in der Nähe vorbei führenden Waldweg nach Nordosten. Sein Gang wird schneller. Nach zweihundert Metern zwängt er sich zwischen jungen Nadelbäumen in die Deckung des Waldes. Eine halbe Stunde später steht er an einem Waldrand. Draußen auf einer Wiese erregen drei Rehe seine Aufmerksamkeit. Er wägt seine Chancen ab und spurtet los. Die Rehe können ihn weder riechen noch sehen, so dass er sie fast erreicht. In Panik rennen die Rehe davon. Der Wolf folgt ihnen. Später findet er auf einer
Straße einen toten Igel. Ein Opfer des Straßenverkehrs hilft dem Wolf öfters, den größten Hunger zu stillen. Die Jagd auf die Rehe hat er aufgegeben. Er verweilt nach dem Fressen einige Zeit hinter Sträuchern und Jungbäumen. Dann sucht er nach einer neuen Beute.
"Im Rechtsstaat gilt das Verursacherprinzip und das stellt wohl auch niemand ernsthaft infrage. Wer einen Schaden verursacht hat, muss dafür gerade stehen", so Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller im November 2016 in einem Interview mit den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN). Die Frage, wer für die Bodenbelastung von fast 500 Hektar Fläche in Mittelbaden und rund 200 Hektar rund um Mannheim (Stand: März 2018) mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) denn nun verantwortlich und der Verursacher sei, ist allerdings seit mehr als fünf Jahren immer noch der Gegenstand der Ermittlungen von Behörden und Justiz und somit nicht so einfach zu beantworten. Ebenso zahlreich sind auch die vielen weiteren offenen Fragen und Probleme, die einen der größten Umwelt-Skandale Baden-Württembergs begleiten. Umfangreiche Untersuchungen und Forschungsprojekte dauern bis heute an, um die Dimension des Ganzen annähernd zu erfassen, zu verwalten und Sanierungsmaßnahmen zu finden
und durchzuführen zu können.
Die Überschrift dieses Beitrages spiegelt die große Faszination wider, die Sebastian Paulus für Schafe empfindet, die artgerecht leben dürfen. Ganz besonders den bedrohten Haustierrassen gilt sein Interesse. Ihretwegen ist er 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr, in Rufbereitschaft. In den vergangenen Jahren legte Paulus viele hundert Kilometer quer durch Deutschland und das benachbarte Ausland zurück, um besondere Tiere zu erwerben, die seinen Zuchtvorstellungen entsprechen. Respekt und Achtsamkeit im Umgang mit Nutztieren möchte er seinen Mitmenschen vermitteln. Er ist fasziniert vom sozialen Verhalten der Schafe und es begeistert ihn, die besonderen, individuellen Charaktere einzelner Tiere zu entdecken. Auf etwa 16 Hektar hält er, auf mehrere Koppeln in Bühlertal verteilt, durchschnittlich 80 Schafe. Das friedliche Grasen der „vierbeinigen Rasenmäher“ dient dem Allgemeinwohl, denn sie tragen entscheidend zur Offenhaltung der Landschaft bei. Außerdem sorgen sie dafür, dass weniger Motorsensenlärm durchs Tal dröhnt. Keine Frage, dass die exotisch anmutenden Vierbeiner für Wanderer und Naturliebhaber, die an den Koppeln vorbei kommen, eine besondere Augenweide sind.
Gerd Haferkorn
(2018)
Schloss Favorite. Vom ehemaligen Haus des Gärtners an der Orangerie vorbei hin zum Schloss – an jedem Tag ist dies Gerd Haferkorns Weg zur Arbeit. Er schließt die Seitentür auf, entsichert die Alarmanlage und beginnt seinen morgendlichen Rundgang, während er die Fensterläden öffnet: 32 im Erdgeschoss, 51 im ersten und noch einmal 19 im zweiten Obergeschoss. Mit zu diesem Arbeitsvorgang gehört für ihn, die Jalousien herunterzulassen, die die wertvolle Innenausstattung und das Interieur vor zu viel Lichteinstrahlung schützen. Gleichzeitig überprüft er quasi mit jedem Handgriff, ob die Fensterriegel in den alten Eichenholzrahmen noch fest sitzen.
"Unvergesslich ist der Weg von Pokhara nach Naudanda und in Richtung Annapurna. Es gab zu diesem Zeitpunkt 1992 in Naudanda, im nepalesischen Bergland von Pokhara, keine Straße. Nur einen Feldweg, keinen dauerhaft zur Verfügung stehenden elektrischen Strom und zur Wasserversorgung dienten nur wenige Brunnen“, erinnert sich der Pionier der Nepal-Kinder-Hilfe im Landkreis Rastatt, Jörg Overlack. Diese fruchtbare Tätigkeit für die Kinder unterhalb des Daches der Welt hatte mit einer Reise im Dezember 1992 begonnen, einer Reise, die er gemeinsam mit Ehefrau Dagmar und den Kindern Bert und Marc unternommen hatte. Der Glücksfall wollte es, dass Vijay Vaidya aus Kathmandu, ein kompetenter und zuverlässiger deutschsprachiger Reiseleiter, die Gruppe durch das faszinierende, aber arme Land führte. Dabei erklärte er den Besuchern geduldig sowie mit viel Freude, Witz und bildhafter Sprache die Vielfältigkeit der nepalesischen Kultur, der Gewohn- und Gepflogenheiten. Damit war die Sympathie für das Land und die Menschen von Anfang an gegeben. Jörg Overlack erinnert sich an den Beginn der von da an stetig wachsenden Sympathie und engagierten Hilfe für Nepal: „Alles war so neu für uns: die Menschen, Kulturen, Religionen, die Landschaft, die Armut, der allgegenwärtige Dreck, wie auch das undisziplinierte Verhalten im täglichen Straßenverkehr.“
Ich treffe in der Mönchkopfstraße 2 in Michelbach, zwischen Fachwerkhäusern und einem kleinen, munter plätschernden Bach, auf einen energiegeladenen 35-jährigen Designer, der mir zur Begrüßung eine Tasse frisch gebrühten Kaffee überreicht. Die Unternehmensräume sind schlicht und funktional und passen nicht zu einem "Uhrmacher", wie man ihn sich vielleicht klassisch vorstellt. Aber sie passen auf jeden Fall zu Steffen Bittmann, dessen Persönlichkeit einerseits das Bodenständige wie auch ein wenig "die neuen Wilden" vereint.
Hans Huber hat die Musikszene im Landkreis Rastatt mitgestaltet wie kaum ein zweiter. Der inzwischen 83-jährige Großvater von sieben Enkeln, der zudem sechs Urenkel hat, ist in der Region seit vielen Jahren musikalisch präsent und wirkt(e) erfolgreich in den verschiedensten Musikorchestern. Mit seinen Formationen "Baden Brass Band" oder "Baden Dixie" (Dixiland und mehr) kann er seine Musiker aus dem Landkreis Rastatt und Baden- Baden jedes Jahr für bis zu sechs große Auftritte im Jahr aktivieren und zur Freude des Publikums zum musikalischen Spielspaß motivieren. Vor allem bei Auftritten in der Rastatter Reithalle und der Aula des Tulla-Gymnasiums sind die Zuhörerreihen seit vielen Jahren Generationen übergreifend dicht gefüllt.