Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg / Reihe A, Quellen
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63.2020
Das heute abgegangene Zisterzienserinnenkloster Feldbach stand einst direkt am Ufer des Bodensees, unweit des Städtchens Steckborn im Thurgau. Aus dem Kloster Feldbach ist ein Nekrolog überliefert, das auf der Grundlage einer älteren Vorlage in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstand. In ihm sind in einzigartiger Weise nicht nur die Namen vieler Feldbacher Nonnen, sondern auch zahlreiche Namen von deren nächsten Verwandten – Väter, Mütter und Geschwister – überliefert. In dem Totenbuch wurde so eine Gemeinschaft des Andenkens dokumentiert, die sich auf den Konvent und die Familien der Klosterfrauen außerhalb erstreckte. Die ältesten erhaltenen Einträge stammen aus dem 13. Jahrhundert. Das Totenbuch wurde laufend geführt und endet mit Einträgen aus dem Jahr 1706. Die verzeichneten Personen stammten überwiegend aus der Stadt Konstanz, dem Bodenseeraum und Oberschwaben. Die frühen Einträge zeigen eine Nähe des Klosters zu den Habsburger Königen Rudolf I. und Albrecht I., sowie zu deren Familien und den Habsburgern nahestehenden Gefolgsleuten aus der Gegend.
62.2019
Das älteste Amorbacher Klosterurbar ist eine zentrale Überlieferung zur mittelalterlichen Geschichte des Hinteren Odenwalds, des Baulands und benachbarter Landschaften. Zwischen 1395 und 1397 entstanden, macht es detaillierte Angaben zu Art und Umfang bäuerlicher Güter in mehr als hundert Orten. Die Hauptmasse des hier dokumentierten Klosterbesitzes lag im Gebiet des sogenannten Amorbacher Odenwalds und hatte dort naturgemäß seine größte Dichte. Hinzu kommt diverser Streubesitz entlang des Mains zwischen Aschaffenburg und Wertheim sowie in der Region
um Heilbronn und Neckarsulm, schließlich ein kleiner, aber sehr dichter Güterkomplex um Forchtenberg am Kocher. Abgebildet ist in diesem Güterbuch das ganze Spektrum der in einer Klosterherrschaft zu erwartenden grund- und vogtsherrlichen Gerechtsame, hauptsächlich Huben und Höfe, gelegentlich einzelne Äcker, Weinberge, Wiesen und Häuser. Desgleichen kommen Mühlen und Keltern vor, sehr häufig auch Zehntrechte. Darüber hinaus sind in dem Urbar mehrere Weistümer dokumentiert. Einzelne Odenwälder Dörfer finden hier ihre erste Erwähnung in der schriftlichen Überlieferung. Der landesgeschichtlichen sowie der überregionalen wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Forschung bietet diese Edition ein reiches Vergleichsmaterial.
61.2017
Unter den Äbten Friedrich von Zollern und Friedrich von Wartenberg entstanden die beiden ältesten im Original erhaltenen Lehenbücher der Abtei Reichenau. Sie überliefern über 1800 Belehnungen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts – zumeist auf der Klosterinsel selbst, am Untersee, im Thurgau und im Hegau, doch auch mit erheblichem Streubesitz entlang Donau, Neckar und Rhein. So wird dokumentiert, welche Personengruppen die Abtei durch die Vergabe von Lehen an sich band: niederadelige Vasallen, Bürger zahlreicher Städte zwischen Basel und Ulm sowie die Reichenauer Gotteshausleute in den Dörfern rund um den Untersee. Gegenstand der Belehnung waren meist landwirtschaftliche Güter, vom Krautgarten bis zum Kelhof, Zehnte oder Herrschaftsrechte, vereinzelt auch Burgen. Deutlich erkennbar ist das Bemühen der Äbte, die Niedergerichte und Vogteien im Nahbereich des Klosters frei von fremdem Zugriff zu halten. Fernab der Abtei stiftete das Lehen dagegen oft die letzte Verbindung zwischen dem Kloster und dem verliehenen Herrschaftsrecht. Somit zeichnen sich die Spielräume der späten Reichenauer Äbte als regionaler Akteure ab.
58.2014
Der erste badische Staatspräsident Anton Geiß gehört zu den vielen prominenten Persönlichkeiten der Weimarer Republik, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Geiß, der aus Rettenbach am Auerberg im bayerischen Allgäu und aus ärmlichen bäuerlichen Verhältnissen stammte, ließ sich Mitte der 1880er Jahre als junger Handwerksgeselle auf der Walz im Rhein-Neckar-Raum nieder. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zunächst als Arbeiter, Schreiner und Parkettleger und später als Gastwirt. Durch sein politisches Engagement in der SPD wurde er nicht nur zum Stadtverordneten und Stadtrat in Mannheim sowie zum Landtagsabgeordneten gewählt, sondern stieg 1909 sogar zum Vizepräsidenten der zweiten
Kammer der badischen Ständeversammlung auf. Weit über die Kreise der SPD hinaus bekannt und respektiert wurde er im Zuge der Revolution von 1918 Ministerpräsident der provisorischen Regierung. Ab April 1919 stand er als erster Staatspräsident bis zu seinem Rücktritt am 4. August 1920 an der Spitze des badischen Staates. Seine Lebenserinnerungen, die er wenige Jahre nach seinem Amtsverzicht für die Familie verfasste, sind ein beeindruckendes Dokument für die soziale Mobilität im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, für die Geschichte der badischen Revolution und
den demokratischen Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg.
56.2012
Der Konstanzer Domschatz
(2012)
Der mittelalterliche Domschatz von Konstanz ging im Zuge der Reformation verloren. Auf Anordnung des protestantischen Rates der Stadt wurden seit 1528 die goldenen und silbernen Kultgegenstände eingeschmolzen und die Kleinodien sowie die kostbaren liturgischen Gewänder verkauft. Mehrere erhaltene Auflistungen der Preziosen erlauben es jedoch, sich bezüglich ihrer Art und ihrem Umfang ein Bild zu machen. Das älteste Inventar von 1343 beschreibt detailgenau den spätmittelalterlichen Domschatz. Ein jüngeres Verzeichnis aus dem Jahr 1500 belegt das Anwachsen des Schatzes bis zur Schwelle zur Neuzeit – nicht zuletzt eine Folge des Konzils, das die Bischofsstadt am Bodensee in den Jahren von 1414 bis 1418 zum Zentrum der abendländischen Christenheit machte. Als schließlich während der Reformationszeit der Entschluss zur Einschmelzung und Veräußerung der Kirchenschätze gefallen war, führte man darüber und die dabei verfügbar gemachten Werte genauestens Buch, was einen letzten Blick auf den Domschatz jener Tage erlaubt. Der Band bietet erstmals eine vollständige wissenschaftliche Edition der genannten Inventare und Verzeichnisse sowie eines nach der Rekatholisierung (1548) angelegten Inventars, das die bis 1555 neu erworbenen Objekte des Domschatzes auflistet.
55.2012
Schwieriger Aufbau
(2012)
Der Neubeginn im Erziehungs- und Bildungswesen war für die Besatzungsmächte nach 1945 eine Angelegenheit von besonderer Bedeutung: In der Umgestaltung der Schule wurde der Grundstein zur Umerziehung des ganzen deutschen Volkes gesehen. Die Deutschen selbst nahmen am Schulwesen Anteil wie zu wenigen Zeiten – trotz der Not der Nachkriegsjahre. Die Schulspeisung endete erst nach der Währungsreform 1948. Das
Fehlen von Schulräumen und Turnhallen sowie der Schichtunterricht gehörten noch weit länger zum Alltag der Schüler. Erst Mitte der 1960er
Jahre standen auch für das Bildungswesen reichlich Mittel zur Verfügung. Im Zuge neuer gesellschaftlicher Erwartungen führte das zu vielfältigen,
folgereichen Maßnahmen. Was trotz aller Schwierigkeiten im Schulwesen des Südwestens in den ersten drei Nachkriegsjahrzehnten geleistet wurde
und welche Personen zu dieser Leistung wesentlich beitrugen, schildert Kurt Ludwig Joos auch anhand bisher nicht bekannter Quellen. Zahlreiche
Zeitzeugen konnten von ihm noch befragt werden. Einen Schwerpunkt seiner Darstellung bildet zunächst die Tätigkeit Raymond Schmittleins, der
von August 1945 an die Verantwortung für die Bildungs- und Kulturpolitik in der französischen Zone trug. Als 1952 der neue Südweststaat geschaffen war, mussten verschiedene Bildungstraditionen zusammengeführt werden. Vor dem Hintergrund der deutschen Nachkriegsgeschichte behandelt der Autor das in Art und Zielen unterschiedliche Wirken der baden-württembergischen Kultusminister von Gotthilf Schenkel bis Wilhelm Hahn.
54.2011
Im Jahr 1093 errichtete Herzog Bertold II. von Zähringen das Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald. Gleichzeitig verlagerte er im Zeichen des
Investiturstreits seine Herrschaft vom Neckar in den Breisgau. Das Kloster St. Peter besaß nun Güter vor allem im Neckarraum und am Oberrhein;
darüber legte es seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts Verzeichnisse an. In eine Rolle (rotulus) und einen Band (liber) schrieben die Mönche
knappe oder ausführlichere Notizen und Urkunden über die ältesten Rechte, Schenkungen und Erwerbungen des Klosters; sie dienten vor allem der Sicherung des Besitzes. Die genannten Schenker und Zeugen repräsentieren die Förderer St. Peters, vor allem die Zähringer und ihre Klientel. Beide Verzeichnisse bieten der Landesgeschichte vielfach die ältesten Belege für zahlreiche Ortschaften und deren Bewohner. Die Editionen des 19. und 20. Jahrhunderts beruhen auf Abschriften des 18. Jahrhunderts. Jutta Krimm-Beumann ediert jetzt erstmals textkritisch das Original des „Rotulus Sanpetrinus“ im Karlsruher Generallandesarchiv – ergänzt durch die Fragmente eines „Liber monasterii sancti Petri“ – und bietet eine deutsche Übersetzung der lateinischen Texte.
49.2010
Für über 1900 Orte in Baden-Württemberg, der Schweiz und Vorarlberg überliefern die Investiturprotokolle des Bistums Konstanz aus den Jahren 1518-1599 die Namen von Pfarrern, Kaplänen und Patronatsherren. Die Protokolleinträge bieten Einblicke in die Sakrallandschaft der Diözese mit ihren Kirchen, Kapellen, Kaplaneien, Klöstern, Stiften, karitativen Einrichtungen oder Friedhöfen. Die in den Handschriften chronologisch verzeichneten Einträge wurden für die vorliegende Publikation alphabetisch nach Ortsnamen geordnet. Ihre Erschließung erfolgt durch einen Registerband mit detaillierter Einführung zur Benutzung der Regesten. Damit lassen sich nicht nur kirchengeschichtlich relevante Daten für das Jahrhundert der Reformation und Konfessionalisierung fassen, sondern auch Detailinformationen für Fragestellungen der Adels-, Bildungs- und Elitenforschung, der Verwaltungs- oder Medizingeschichte.
48,2.2008
Für über 1900 Orte in Baden-Württemberg, der Schweiz und Vorarlberg überliefern die Investiturprotokolle des Bistums Konstanz aus den Jahren 1518-1599 die Namen von Pfarrern, Kaplänen und Patronatsherren. Die Protokolleinträge bieten Einblicke in die Sakrallandschaft der Diözese mit ihren Kirchen, Kapellen, Kaplaneien, Klöstern, Stiften, karitativen Einrichtungen oder Friedhöfen. Die in den Handschriften chronologisch verzeichneten Einträge wurden für die vorliegende Publikation alphabetisch nach Ortsnamen geordnet. Ihre Erschließung erfolgt durch einen Registerband mit detaillierter Einführung zur Benutzung der Regesten. Damit lassen sich nicht nur kirchengeschichtlich relevante Daten für das Jahrhundert der Reformation und Konfessionalisierung fassen, sondern auch Detailinformationen für Fragestellungen der Adels-, Bildungs- und Elitenforschung, der Verwaltungs- oder Medizingeschichte.
48,1.2008
Für über 1900 Orte in Baden-Württemberg, der Schweiz und Vorarlberg überliefern die Investiturprotokolle des Bistums Konstanz aus den Jahren 1518-1599 die Namen von Pfarrern, Kaplänen und Patronatsherren. Die Protokolleinträge bieten Einblicke in die Sakrallandschaft der Diözese mit ihren Kirchen, Kapellen, Kaplaneien, Klöstern, Stiften, karitativen Einrichtungen oder Friedhöfen. Die in den Handschriften chronologisch verzeichneten Einträge wurden für die vorliegende Publikation alphabetisch nach Ortsnamen geordnet. Ihre Erschließung erfolgt durch einen Registerband mit detaillierter Einführung zur Benutzung der Regesten. Damit lassen sich nicht nur kirchengeschichtlich relevante Daten für das Jahrhundert der Reformation und Konfessionalisierung fassen, sondern auch Detailinformationen für Fragestellungen der Adels-, Bildungs- und Elitenforschung, der Verwaltungs- oder Medizingeschichte.