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Nachruf auf Dr. Franz Götz
(2020)
Der Hegau ist ärmer geworden. Ich habe das Gefühl, dass sein Fehlen jetzt schon spürbar ist. Dr. Franz Götz, der Alt-Kreisarchivar, war wie kaum ein anderer mit der Hegau-Landschaft verbunden. Lieber Franz, Du warst in bewundernswerterweise zufrieden mit Deinem Leben und bereit für diesen Abschied von hier und vom Hegau. Du hast alles bestens geregelt – und mir dabei die ehrenvolle und zugleich schmerzvolle Aufgabe übertragen, hier über Dich zu sprechen. Ob ich dem gerecht werden kann? Ich will’s versuchen.
»Das Leben ist der größte Lehrmeister; ihm zahlt man die höchsten Honorare!« Mit diesem Zitat leitet Carl Alfred Kellermann seine Autobiographie ein, die er 1907 in Erzählform mit dem Titel »Tagebuch eines Hauslehrers. Reminiszenzen in allen Potenzen « unter dem Pseudonym Dr. v. Wedel herausgegeben hat. Da Kellermann heute fast vergessen ist und bisher Weniges, meist nur Lückenhaftes, über ihn geschrieben wurde, soll er hier, soweit es die verfügbaren Quellen hergeben, vorgestellt werden.
Mit einer neuen Präsentation zeigte sich das seit 1939 geschlossene Heimatmuseum Radolfzell 1956 in den Räumen des Scheffelschlösschens. Zuvor hatte »Frau Dr. Schulz« (vermutlich Dr. Elfriede Schulze-Battmann) vom Staatlichen Amt für Denkmalpflege in Freiburg den Museumsbestand inventarisiert. In der Rubrik (VII) Schmuck hatte sie einen zahlenmäßig kleinen Bestand erfasst, zu dem insbesondere Broschen, Anhänger, Ringe und Gürtelschnallen gehören. Unter der Position 31 ist aufgeführt: »Krawattennadel, golden, Indianerkopf (Pfandstück von Kaufmann M. Abraham v. Dresden) in Umschlag«. Das Objekt stammte nicht aus der 1906 vom Gemeinderat initiierten und von der Bürgerschaft zusammengetragenen Altertümersammlung. Bei einer ab 1985 vom Verfasser durchgeführten Überprüfung des Museumsbestandes war der »Indianerkopf« nicht mehr auffindbar. War er nach der
Schließung des Museums auf der Halbinsel Mettnau 1962 und der anschließenden Verlagerung der Exponate in verschiedene Magazinräume abhandengekommen?
Am 29. November 1919 lief bei der Gemeindeverwaltung Öhningen ein nicht alltägliches Baugesuch ein. Antragsteller war Walter Polich, Inhaber eines großen Leipziger Kaufhauses; Gegenstand seines Schreibens: die Errichtung eines »Wohnhauses mit freistehendem Maleratelier und Holzschuppen« im Kattenhorner Gewann Im Sand. Noch im selben Jahr genehmigte die Ortsbaukommission das Gesuch, war die Gemeinde doch »durch den Krieg in große Schulden gekommen«, sodass der Bau als »dringend und im Interesse der Gemeinde gelegen« angesehen wurde.
Im Jahr 1901 wurde in Steglitz bei Berlin der »Wandervogel – Ausschuß für Schülerfahrten e.V.« gegründet. Von dort nahm die deutsche Jugendbewegung ihren Anfang, deren Ausläufer um 1911 auch den Bodensee erreichten. Es waren meist zugereiste Akademiker, die in den Bereichen von Naturschutz, Medizin, Ernährung, Körperkultur und Sexualität eine neue Handlungsethik einforderten, getreu der Selbstverpflichtung beim Ersten Freideutschen Jugendtag am 11./12. Oktober 1913 auf dem Hohen Meißner bei Kassel: »Die Freideutsche Jugend will aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein!«
Anfang 1929 schrieb der Tengener Apotheker Hubert Schmalz (1884–1929) einen verzweifelten Brief an Dr. Weiss in Heidelberg, den Visitator der badischen Apotheken. Er schließt mit den Worten: »Ferner ist zu erwähnen, daß Apotheker Krummel vollständig hier vertrauert ist. Sein Nachfolger Dr. Schad ließ man nur kurze Zeit hier. Ich stand mit ihm lange in briefl. Korrespondenz und seine Briefe über Tengen lauteten absolut nicht rosig. Herr Kollege Böhringer hat sich vor lauter Verzweiflung vergiftet. Kollege Eccard war ein ganzes Jahr auf der Reichenau [soll heißen: in der Psychiatrie, d. V.], bis er sich wieder erholt hatte. Ich selbst sitze nun schon volle 5 Jahre in Tengen. Was das heißt, weiß nur derjenige, der Tengen kennt. Die Bitte eines Mannes, der schon über 20 Jahre im Dienst ist, ist nun die, laßt mich da oben nicht sterben und verderben.«
War die Wahl des Familiennamens »Ortlieb« womöglich programmatisch gedacht? Als Levi Salomon 1810 vom badischen Bezirksamt erneut und mit dringlicher Mahnung aufgefordert wurde, einen nicht hebräisch klingenden Nachnamen anzunehmen, entschieden sich er und seine Geschwister für den sehr deutsch klingenden Familiennamen Ortlieb. Was mag Levi Salomon und seine Familie bewogen haben, diesen seit dem frühen Mittelalter gebräuchlichen Namen auszuwählen? War es seine Belesenheit in Geschichte und Literatur, seine Liebe zum elsässischen Wein – dort wächst eine robuste und süß schmeckende Rebsorte gleichen Namens, auch Knisperle genannt – oder wollte er mit der Wahl dieses sehr deutschen Nachnamens
seine Zugehörigkeit zum Dorf Wangen, zum Hegau und zum deutschen Sprachraum ausdrücken? Dann kommt die Namenswahl fast schon einem politischen Statement gleich.
Bodman ist ein Dorf am Nordwestende des Bodensees, lang ausgedehnt zwischen Seeufer und Bodanrück, seit 1975 Ortsteil der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen. Seit dem Ende des 9. Jahrhunderts trägt der Bodensee (lat. lacus Podamicus) seinen Namen nach diesem Ort. Bodman hat glanzvolle Zeiten erlebt als Sitz eines Königshofs seit dem 7., einer Kaiserpfalz seit dem 9. Jahrhundert, Zentralort des von König Pippin (gest. 768) geschaffenen »Fiskus Bodman« und zeitweiliger Aufenthaltsort von Kammerboten, Pfalzgrafen, Königen und Kaisern.
Manches Neue aus Mesmers Leben hat Wohlebs "Sachstandsbericht" gebracht. Dies dürfte aber eine kurze Richtigstellung nicht ausschließen. — In Abschnitt 2, unter "3.", Seite 44, befaßt sich Wohleb angelegentlichst mit meiner Person. Auf jeden einzelnen dieser fünf Sätze einzugehen, will ich mir versagen, da jeder interessierte Leser aus dem Folgenden auch ohnedies alsbald erkennen wird, daß die von Wohleb veröffentlichten 4 Ahnen der III. Ahnenreihe Mesmers, nämlich die Nummern 10, 11, 12 und 13 keine Ahnen Mesmers sind.
Hinter dem Tettnanger Wald im württembergischen Schwaben grüßt von beherrschender Höhe in barockem Stolz das neue Montfort-Schloß zu den Ufern des Bodensees. Mit überlegen gestaltetem Grundriß und Raumsystem, mit ruhiger Eleganz und behaglicher Monumentalität stellt sich der Schloßbau als architektonische Leistung neben die Schöpfungen eines Frisoni, Nette, Balthasar Neumann und Kaspar Moosbrugger. Als Baumeister des Montfortschen Grafensitzes gilt unbestritten Christof Geßinger, Benediktiner des Gotteshauses zu St. Georgen in Isny. Als solchen nennt ihn die Oberamtsbeschreibung Tettnang und auf Grund dieses zuverlässigen Führers auch Georg Dehio. Der zwischen dem Bauherrn, Graf Anton zu Montfort, Herrn von Bregenz, Tettnang und Argen, der Römisch Kaiserlichen Majestät Camerer, und dem ehrwürdigen Frater Christof Geßinger, Profeß des heiligen Benedikten-Ordens in Isny geschlossene Vertrag vom 14. Dezember 1712 befindet sich in gut erhaltenem Konzeptentwurf im Württ. Staatsarchiv. Eine kurze biographische Angabe über Geßinger bringt nur noch das Freiburger Diözesan-Archiv, während die Profeßbücher der süddeutschen Benediktinerabteien nicht einmal den Namen Geßinger kennen.