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Der Aspichhof
(2003)
An der südlichen Kreisgrenze, dort, wo die Gemarkungen von Neusatz, Lauf und Ottersweier zusammentreffen, besitzt der Landkreis einen Gutsbetrieb, den Aspichhof, der zum Pflegeheim Hub gehört. Breit und übersichtlich liegt er an einem Hügel in der Mitte seines Geländes und schaut in die Rheinebene. Ursprünglich als Schwarzwälder Doppelhof angelegt, präsentiert er sich heute nach zahlreichen Um- und Anbauten eher als ein Herrenhof im Stil des 19. Jahrhunderts. Vor wenigen Jahrzehnten hatten auch andere Landkreise ähnliche Betriebe, die aber inzwischen aus Kostengründen
aufgegeben wurden. Die Landwirtschaft ist allgemein einem rapiden Vereinfachungs- und Konzentrationsprozess gefolgt, und so steht der Aspichhof in seiner Vielfalt heute fast wie ein Fossil da. Es ist für Außenstehende wohl nicht einfach, Funktion und Aufgabe des Hofes einzusehen, und so könnte sich der Verdacht aufdrängen, er verdanke seine Existenz eigentlich nur pietätvoller Rücksicht auf sein hohes Alter.
Bei der Erarbeitung des Ortssippenbuchs von Lustenau in Vorarlberg bin ich auf vielfältige Verbindungen zum angrenzenden Raum auf deutscher Seite gestoßen, nämlich Oberschwaben, der alemannischschwäbische Raum und das Allgäu. Im folgenden sind für diese Gebiete - die Abgrenzung ist großzügig ausgelegt - die Bezüge für die Zeit vom Anfang des 17. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts aufgelistet. Die Religion ist römisch-katholisch, sofern nicht anders angegeben. Abkürzungen: Lu: Lustenau, K: Kind(er) von.
Die Filder, eine durch den Schönbuch im Westen, das Neckartal im Osten, den Stuttgarter Kessel im Norden und den Fildergraben im Süden begrenzte Hochfläche, war über Jahrhunderte hinweg von der landwirtschaftlichen Nutzung der fruchtbaren Böden geprägt. Als Siedlungsform herrschten Haufendörfer vor, in denen die Bauernfamilien wohnten und lebten. Zu einer Stadtgründung kam es auf den Fildern nicht, so daß trotz der Verstädterung in den letzten vierzig Jahren die dezentrale Ortsstruktur noch gut abzulesen ist. Die größten Orte waren im 19. Jahrhundert Plieningen, Möhringen und Neuhausen.
Recherchen nach den Opfern nationalsozialistischer Verbrechen haben – auch mehr als 70 Jahre nach Ende der NS-Herrschaft – weiterhin ihre erinnerungspolitische Berechtigung. Noch bis vor einigen Jahren gehörte dies in der Bundesrepublik unbestritten zum gesellschaftlichen Konsens. Inzwischen ist dies nicht mehr so. Die Forderungen der politischen Rechten und Rechtsextremen nach einem "Schlussstrich", wie dies Björn Höcke in seiner Dresdner Rede als eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" beschrieb, finden inzwischen auch bei Teilen der bürgerlichen Mitte wieder einen Resonanzraum. In Baden-Württemberg mündeten diese Wendeversuche von Rechtsaußen 2017 in einem Antrag der Landtagsfraktion der AFD, die finanzielle Förderung der Gurs-Gedenkstätte zu streichen; ein Vorhaben, das jedoch vom übrigen Landesparlament abgeschmettert wurde. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit der "Begräbnisstätte für die Opfer der Gewaltherrschaft 1933–1945" auf dem Historischen Waldbachfriedhof in Offenburg, zu der es viele offene Fragen gibt. Berücksichtigt werden soll auch die wissenschaftliche Aufarbeitung der sogenannten "zweiten Geschichte" des Nationalsozialismus, ein Begriff, den die Historiker Peter Reichel, Harald Schmid und Peter Steinbach formuliert haben und den insbesondere der Mannheimer Historiker Marco Brenneisen in seiner jüngsten Veröffentlichung aufgegriffen hat. Es geht um die Nachgeschichte des Nationalsozialismus, zu der neben der politisch-justiziellen und politisch-kulturellen Überwindung auch die öffentliche Erinnerung gehört.
Räumliche Entwicklungsplanung im weitesten Sinne hat es in unserem Land immer gegeben, wenn auch nicht in der uns heute geläufigen Form der Landes- und Regionalplanung. Auch die Zielrichtung dürfte schon immer ähnlich gewesen sein: die in vielerlei Hinsicht (Klima, Infrastruktur, Siedlungsdichte usw.) unterschiedlichen Landesteile in ihrer Entwicklung zu fördern und aneinander anzugleichen.
Namen, schrieb Jacob Grimm 1840, Namen sind "in ihrem ursprung sinnlich und bedeutsam". Ich denke, dass damit die affektive wie die kognitive Seite eines Problems umrissen ist, das sich nicht in der Etymologie erschöpft, die mein Thema bestimmt. Ein Kind gewinnt ein emotionales Verhältnis zu seinem Namen, auch wenn es dessen Ursprung nicht kennt. Es bleibt aber in der Regel begierig, ihn kennenzulernen, weil sein Name einen Teil seiner Identität ausmacht. Der Vorgang wiederholt sich, wenn der Mensch eine Beziehung aufbaut zu seiner Heimat, mit der er sich identifiziert. Ich habe kaum je eine Landschaft erfahren, deren Bewohner so ausdauernd bemüht waren, den Namen ihres Lebensraumes zu ergründen, wie - unsere Sprache erlaubt den hübschen Doppelsinn - "die Kinder der Baar". Wir ertragen es offenbar nur schwer, einen Namen nicht zu verstehen, und wir deuten ihn, weil er uns etwas bedeutet. Die Fülle volksetymologischer Anpassungen generell entspringt diesem Verlangen und speziell die lange Reihe wissenschaftlicher Versuche zum Verständnis des Gebietsnamens "Baar".
Wenngleich sich die vorliegende Abhandlung auf die Strombaugeschichte derjenigen Teilstrecke des Rheins beschränkt, die größtenteils die südliche sowie die westliche Grenze des heutigen Landes Baden-Württemberg bildet, sei zunächst unter einigen Aspekten ein Überblick über den Gesamtstrom vorangestellt. Der Rhein, dessen Gesamtlänge 1320 km beträgt, wobei 437 km, also rund ein Drittel, zwischen dem Bodensee und der baden-württembergisch/hessischen Grenze liegen, wird im allgemeinen in die unten aufgeführten Abschnitte unterteilt. Die durchgehende, in Strömungsrichtung ansteigende Stromkilometrierung, die u.a. durch an den Ufern angebrachte Kilometer- und Hektometertafeln der Schiffahrt die Orientierung erleichtert, beginnt an der Konstanzer Rheinbrücke mit dem km 0. Die Kilometrierung erfaßt nicht den Alpenrhein und den Bodensee.
In folgende Abschnitte ist der Rhein von seiner Quelle bis zur Mündung unterteilt: Alpenrhein (von St. Gotthard bis Bregenz), Bodensee (von Bregenz bis
Konstanz: km 0), Hochrhein (von Konstanz bis Basel: km 170), Oberrhein (von Basel bis Bingen: km 530), Mittelrhein (von Bingen bis Köln: km 688), Niederrhein (von Köln bis Pannerden: km 867), Mündungsdelta (von Pannerden bis Hoek van Holland: km 1033).
"Das Ende der Landwirtschaft in allen natürlich benachteiligten Regionen Europas steht unmittelbar bevor und ist eigentlich zu begrüßen" (EG-Vizepräsident Mansholt in den späten sechziger Jahren). Selbstgefällig könnte man heute geneigt sein, folgende Position zu beziehen: "Glücklicherweise hat sich Mansholt gründlich geirrt; die steigende Zahl grasender Rinder im Südschwarzwald sind der beste Beweis hierfür!" Bei aller offensichtlichen Widersprüchlichkeit enthalten beide Aussagen einen wahren Kern, zugleich aber beleuchten beide den komplexen Sachverhalt jeweils nur einseitig:
Der Ökonom Mansholt hat nämlich recht, wenn man beim Doppelwort "Land-Wirtschaft" nur den letzteren Teil anvisiert. Denn: Rein wirtschaftlichen Kräften folgend, hätten sich die in den fünfziger Jahren begonnenen Aufforstungen der Grenzertragsböden (um solche handelt es sich überall im Untersuchungsgebiet) verstärkt fortsetzen müssen, und heute wäre der gesamte Südschwarzwald ein geschlossenes Waldgebiet.
Achtlos gehen wir manchmal an ihnen vorbei. Dabei würde sich genaueres Hinschauen lohnen: Zahlreiche Steinkreuze, Bildstöcke, Standbilder, Denkmäler, Brunnen, Freiplastiken, Wandreliefs sowie alte Grenzsteine schmücken unsere Gemeinden und die umgebende Landschaft. Sie legen Zeugnis ab von vergangenen Zeiten und erinnern manchmal an persönliche Schicksale. Oft sind sie von hoher künstlerischer Qualität. Gerne, wenn auch unzulänglich, werden sie mit dem Begriff Kleindenkmale bezeichnet. Sie tragen bei zum eigenen Charakter von Stadt oder Dorf und der umgebenden Flur und machen insofern einen Teil der historisch gewachsenen Identität unserer Gemeinwesen aus. Ihr Zustand und ihre Erhaltung verdienen deshalb unser aller Aufmerksamkeit.
Das Schloss zu Staffort
(2021)
Zu unseren Familiengesprächen über die Geschichte von Staffort gehörte immer auch die Fahrradtour zum Schlossbuckel Staffort und zum Schloss Stutensee. Dass die dortigen Gebäude weitgehend mit Steinen aus dem ehemaligen Stafforter Schloss gebaut wurden, ließ uns immer spekulieren, wie wohl das Schloss Staffort ausgesehen haben könnte. Die als exakt beschriebene Darstellung von Samson Schmalkalden und die in zahlreich archivierten Dokumenten und Büchern enthaltenen Beschreibungen von Wilhelm Hauck, Hanna Heidt und Konrad Dussel dienten uns schließlich als Basis unserer Überlegungen. Darüber hinaus haben wir uns von zeitgenössischen Darstellungen inspirieren lassen, wie das Schloss Staffort im 16. und 17. Jahrhundert wohl ausgesehen haben mag. Die junge Generation ist heute den Großvätern bezüglich des Internets und der Digitalisierung weit überlegen und schafft es mit Computersoftware Konstruktionszeichnungen schneller zu erstellen, als dies am Reißbrett möglich ist. Und einen Großvater mit Computerfertigkeiten zum Staunen zu bringen macht offensichtlich so viel Spaß, wie es auch den Großvätern gefällt, Nachkommen so agieren zu sehen. Mit der Konstruktionssoftware SketchUp wurde die Visualisierung unserer Überlegungen vorgenommen. Wir sind uns bewusst, dass sich jeder geschichtsbeflissene Stafforter ein anderes Bild vom Schloss nach dessen Abriss gemacht haben mag. Viele Stafforter glaubten früher, dass das Schloss auf dem Berg stand, der heute als Abraumhügel des Schlosses eingeschätzt wird. Der von der Pfinz gespeiste Wassergraben verweist zudem auf eine Tiefburg. Wir glauben mit unserer nachfolgenden Darstellung nahe an das damalige Aussehen der ursprünglichen Bausubstanz heranzukommen.