Reichsstädte
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Schweden und die ausschreibenden Reichsstädte Frankfurt, Nürnberg, Straßburg und Ulm 1631-1636
(2020)
König Gustav II. Adolf (reg. 1611–1632) wollte für seinen Vormarsch im Reich ein möglichst breites Bündnis aller evangelischen Stände unter seinem Direktorium erreichen. Dazu schloss er eine große Zahl von Verträgen mit einzelnen Territorien und Städten, bemühte sich aber vor allem um Verträge mit größeren Gruppen von Reichsständen, wie sie in den Reichskreisen zusammengefasst waren, zumal diese auch über eine militärische Infrastruktur verfügten. Bezüglich der Reichsstädte standen aus schwedischer Perspektive zunächst die großen Hansestädte in Norddeutschland mit dem stolzen Lübeck im Vordergrund, die der jüngere Bruder des Königs 1618 besucht hatte. Hinzu kamen die vielen Reichsstädte vor allem im Süden des Reiches, von denen Gustav Adolf selbst bei seiner Brautwerbungsreise 1620 Frankfurt, Straßburg und Speyer persönlich kennen gelernt hatte. Die größten und wirtschaftlich wie politisch bedeutsamsten dieser Reichsstädte waren die sogenannten ausschreibenden Reichsstädte Frankfurt, Nürnberg,
Straßburg und Ulm, die die Zusammenkünfte der Reichsstädte einberiefen und organisierten. Diese Organisation hatte sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts gebildet, als sich das System der Kurien von Kurfürsten, Fürsten und Städten auf den Reichstagen etablierte. Sowohl auf den Reichstagen wie auch in informellerer Weise unabhängig davon beriefen diese Städte bei Bedarf Städtetage der Reichsstädte ein, um gemeinsam interessierende Fragen zu beraten und gemeinsame Positionen abzusprechen.
Mit mindestens 18 zwischen 1524 und 1640 erschienenen Auflagen darf Martin Luthers "Sendschreiben An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes" zu den breit rezipierten und wirkungsmächtigen Schriften des Reformators gerechnet werden. Die Missive war an die städtischen Obrigkeiten adressiert und richtete an diese die Bitte, aktiv zur Hebung des unzulänglichen Bildungssystems beizutragen. Als konkrete und gleichwertige Maßnahmen benannte Martin Luther die Einrichtung von Schulen und Bibliotheken.
Am Katharinentag (25. November) des Jahres 1435 begab sich die Dunninger Bauernschaft freiwillig unter die Herrschaft der Reichsstadt Rottweil. Dies war der Anfang einer Verbindung, die schließlich 367 Jahre lang Bestand haben sollte. Im Hauptstaatsarchiv Stuttgart befindet sich eine Urkunde, welche über den Beginn der Verbindung Dunningens mit der Reichsstadt Rottweil ausführlich Zeugnis ablegt. Der Urkundentext berichtet dabei nicht nur über den bloßen Rechtsakt der Angliederung, sondern gewährt darüber hinaus aufschlussreiche Einblicke in die dörflichen Verhältnisse des spätmittelalterlichen Dunningen.
Am Donnerstag, 25. November 1802, kommt ein herzoglicher Abgesandter in Begleitung des reichsstadt-rottweilischen Obervogts nach Dunningen, um die Besitzergreifung des Dorfes durch Herzog Friedrich von Württemberg zu verkünden und die Wappen und Patente des
neuen Landesherrn öffentlich anzuschlagen. Stabsvogt Xaver Bihler und Schultheiß Martin Rottler werden im Namen des Herzogs die Handgelübde abgenommen. Ein halbes Jahr später, am 4. August 1803 genau, empfängt dann der mittlerweile ernannte württembergische Landoberamtmann Burkard aus Rottweil in Dunningen die Huldigung von vermutlich allen erwachsenen männlichen Dorfbürgern für den inzwischen zum Kurfürsten aufgestiegenen
württembergischen „Serenissimus“. Mit Kosten von 13 Gulden wohl für die bei derartigen Anlässen obligatorische Zeche in einem Dorfwirtshaus hat die Huldigung ihren Niederschlag auch in der Dunninger Bürgermeister-Rechnung gefunden.
Sterben, Tod, Begräbnis und Grabstätten wurden zu Beginn der Frühen Neuzeit auch in den oberschwäbischen Reichsstädten neu wahrgenommen: Platzmangel und erste hygienische Überlegungen führten zu einer Verlegung vieler Friedhöfe an Orte außerhalb der Stadtmauer. Die Reformation wiederum bewirkte mit ihrer Ablehnung des Ablasswesens, der Totenfürbitten und -messen grundlegende Veränderungen des städtischen Toten- und Begräbniskultes. In seiner interdisziplinär angelegten und mit reichhaltigem Bildmaterial illustrierten Arbeit zeigt der Autor auf, wie sich aus dieser Konstellation heraus neue, konfessionsabhängige Sepulkralkulturen in den Reichsstädten entwickelten und mehr und mehr etablierten. Entgegen bisheriger Forschungsmeinung griffen diese jedoch auf ein im Wesentlichen gleiches architektonisches Konzept bei der Ausgestaltung der Friedhöfe zurück.
Eine Folge von Papstflucht und Herzogsächtung: Freiburg wird 1415 für zwölf Jahre Reichsstadt
(2017)
Am 1. September 1413 bestätigte der in Chur weilende König Sigismund der Stadt Freiburg im
Breisgau auf deren Bitten alle ihre Freiheiten, Rechte, guten Gewohnheiten, Briefe und Privilegien, die sie von römischen Kaisern und Königen empfangen hatte. Am selben Tag tat er dies auch
für die seit 1330 an Habsburg verpfändeten Reichsstädte Breisach, Neuenburg, Schaffhausen und
Rheinfelden. Die Annäherung zwischen König Sigismund und der habsburgischen Territorialstadt Freiburg erfolgte rund anderthalb Jahre vor der spektakulären Flucht Papst Johannesʼ XXIII.
und Herzog Friedrichs IV. von Österreich aus Konstanz im März 1415, mit deren Auswirkungen
auf den Oberrhein sich das im Juni 2015 vom Alemannischen Institut veranstaltete Kolloquium
beschäftigte. Der angesprochene Kontakt verdient Beachtung im Vorfeld von Freiburgs zwölfjähriger Zeit als Reichsstadt infolge der Ächtung des Habsburgers: Wenn Sigismund damals
Freiburg und den an Habsburg verpfändeten Reichsstädten seine Gunst erwies, motiviert durch
die territorialpolitisch und familiär bedingten heftigen Spannungen zwischen ihm und dem mächtigen Landesfürsten Herzog Friedrich IV. im Süden des Reiches, so baute er damit symbolisches
Kapital auf, das ihm wenig später Nutzen brachte.
Es war ohne Zweifel ein eindrucksvolles Schauspiel mit hochrangigen Teilnehmern,
das am Tag der Kreuzerhebung im Herbst, also am 14. September, vor genau 600
Jahren in dem gräflich-württembergischen Amtsstädtchen Marbach am Neckar stattfand. Erzbischof Johann II. von Mainz, Erzkanzler des Heiligen Römischen Reichs
in deutschen Landen und als solcher ein Kurfürst, stand da in großer Runde »mit
unser hande uff unser hertze geleit«. Anwesend bei der Zeremonie waren zwei weitere hochadelige Territorialherren, Markgraf Bernhard I. von Baden und Graf Eberhard III. von Württemberg, sowie zahlreiche Vertreter von Bürgermeistern, Räten
und Bürgern von Straßburg und 17 weiteren Reichsstädten, nämlich Ulm, Reutlingen, Überlingen, Memmingen, Ravensburg, Biberach, Schwäbisch Gmünd, Kempten, Dinkelsbühl, Kaufbeuren, Pfullendorf, Isny, Leutkirch, Giengen, Aalen, Bopfingen und Buchhorn. Diese Herren hatten ihre Finger zum Schwur erhoben (»mit
uffgebotten vingern«) und gemeinsam wurde »gelopt und gesworen«, eine am selben
Tag urkundlich abgefasste Vereinbarung »getriulich, war und stäte« zu halten.
Diese Vereinbarung ist unter der Bezeichnung »Marbacher Bund« bekannt
Meine sehr verehrten Damen, meine sehr verehrten Herren,
liebe Gengenbacher Bürgerinnen und Bürger.
Ich freue mich, immer wieder in Gengenbach zu sein, und heute
ganz besonders, da mir der Festvortrag zum 100-jährigen Bestehen des Historischen Vereins angetragen wurde. Diesem Wunsch
bin ich gerne nachgekommen.
Gengenbach, meine Bürger und Bürgerinnen, ist ein Juwel,
und dieses Juwel sollten Sie pflegen. Sie haben die glückliche Situation, dass die Geschichte Ihnen etwas geschenkt hat, was vielen Städten nicht vergönnt ist. Und Sie sollten daran denken,
auch mit dem Eingriff in die Bausubstanz behutsam umzugehen.
Sie sollten sich vielleicht darüber Gedanken machen, dass eigentlich das Ziel erreicht ist, und dass weitere Eingriffe nur noch schaden können. Halten Sie Ihr Juwel in Ehren. Es ist Ihr Kapital, es
ist das Kapital der Stadt.