Musik- und Gesangskunst
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Christentum und Musik, oder, allgemeiner noch, Religion und Musik, sind schon von jeher eng miteinander verbunden, und vieles deutet darauf hin, daß jede Musik sich aus religiöser, sakraler Musik entwickelte. Im Christentum, das auch und gerade in seinem Kult viele Elemente aus der jüdischen Religion übernahm, gehörte folglich zum feierlichen Gottesdienst stets auch Musik: "Genau genommen war die Beziehung der Musik zum Gottesdienst der Kirche von Anfang zugleich unbestritten, d. h. Christen haben im Gottesdienst immer gesungen und musiziert, und doch auch umstritten, d. h. dem Singen und Musizieren im Gottesdienst begegnete 'die Kirche' mit kritischer Aufmerksamkeit und nicht selten mit Argwohn." Ähnlich wie Philipp Harnoncourt, allerdings ohne seine durch die liturgische Neubesinnung infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils bedingte vorsichtige Distanzierung, drückte sich Mitte des vergangenen Jahrhunderts der Freiburger Dogmatiker Franz Anton Staudenmaier aus: "Auch mag es jetzt nicht mehr unbekannt sein, welchen Dienst die Musik jener Religion leisten könne und werde, welche an sich schon durch die Versöhnung der Welt mit Gott die höchste Harmonie, die es geben kann, in ihren heiligsten Handlungen feiert. Aber gleich sehr mag es endlich begriffen werden, daß die Musik erst im Christentum ihren höchsten Gipfel, wie ihren allein wahren Zweck erreichen könne. Ist doch das Christentum selbst die heiligste Musik, die reinste und herrlichste Harmonie, die es geben kann. Das Eine Thema dieser Religion ist die Erlösung, und die innere Harmonie dieses Einen Thema (sie!) wiederholt sich in unendlich vielen Variationen, die alle durch den großen und tiefen Geist des Christenthums verbunden sind. Kam der Heiland der Welt nicht selbst unter dem Chorgesang der Engel zu uns? und hat nicht so recht eigentlich unsere Religion einen musikalischen Anfang? Hat nicht
unser göttlicher Meister selbst, und haben nicht seine Jünger und die ersten Gläubigen heilige Psalmen und Hymnen gesungen?"
Zur badischen Kirchengeschichte gehört als ein wesentlicher Teil die Kirchenmusik, wie sie sich in ihren verschiedenen Funktionen und Auswirkungen darstellt. Es ist deshalb begrüßenswert und sinnvoll, daß der Landesverband der evangelischen Kirchenchöre in Baden anläßlich seines 100jährigen Jubiläums diese Festschrift zusammen mit dem Verein für Kirchengeschichte in der evangelischen Landeskirche in Baden herausgibt. Handelt es sich doch in gleicher Weise um einen historischen Rückblick, der vor allem Quellen aus dem 19. Jahrhundert und damit ein gut Teil bisher weithin unbekannter Vorgeschichte des Chorwesens in Baden erschließt, wie auch um die Frage nach dem Auftrag und dem rechten Ort der Kirchenmusik - insbesondere der Chorarbeit - in der heutigen Situation.
"Die Gesangbuchgeschichte ... liegt noch weithin im Dunkeln." Mit diesem lapidaren Satz begann Martin Rößler seine Darstellung über "Das Württembergische Gesangbuch in der Zeit zwischen 1580 und 1620". In gleicher Weise ließ sich bisher dieser Satz auch über die Gesangbuchgeschichte der Markgrafschaft Baden-Durlach setzen; denn, abgesehen von Carl Drehers Abhandlung aus dem Jahre 1858, hatte man sich nur insoweit mit dieser Geschichte befaßt, als es bei Neubearbeitungen im Grunde höchstens die unmittelbaren Vorgänger zu beleuchten galt, wobei mehr nach der Manier der Schwarz-Weiß-Malerei die Mängel und weniger ihre Vorzüge herausgestellt worden sind. Das galt bei der Bearbeitung der Gesangbücher von 1786 wie auch später bei den verschiedenen der Vereinigten evangelisch-protestantischen Landeskirche in Baden von den Jahren 1836, 1882 und auch von 1951. Zwar hatten sich Heinrich Bassermann mit der Geschichte der Gottesdienstordnung (1891), A. Erckenbrecht mit der Geschichte des kirchlichen Unterrichts und seiner Lehrbücher (1961) und Fr. Merkel mit der Geschichte des evangelischen Bekenntnisses (1960) eingehend befaßt, aber die Geschichte der Gesang- und Choralbücher blieb weitgehend unbeachtet. Auch andere Darstellungen, die sich dem abgesteckten Zeitraum für die Markgrafschaft widmeten, gingen kaum auf diese Frage näher ein. Der Grund hierfür dürfte weithin in der Quellenlage selbst zu suchen sein; denn nur da und dort finden wir Hinweise, die das Gesangbuch von 1786 bzw. das Choralbuch von 1762/87 erwähnen. frühere Gesangbuchausgaben, die uns heute teilweise weithin infolge der durch den Zweiten Weltkrieg eingetretenen Verluste fehlen, erschweren die Forschung. Nur wenn die wenigstens bei Zahn erwähnten wie auch andere vermißte Exemplare eines Tages wieder zum Vorschein kommen, wird der harte Verlust so manchen Exemplars zu verschmerzen sein. Der Entschluß, das Ergbnis einer über vierzig Jahre langen, berufsbegleitenden Beobachtung der Quellen zu veröffentlichen, mag vielleicht den Anstoß dazu geben, die noch bestehenden kleineren Lücken schließen zu helfen. Vermutlich wird sich aber das gewonnene Gesamtbild kaum mehr ändern.
Macy Gray, Alanis Morissette, die Fugees, Anastacia, Faithless und Savage Garden - mit ihrem Auftritt beim SWR 3 New Pop Festival schafften die
heutigen Stars ihren ganz großen nationalen und internationalen Durchbruch. Kein Wunder, dass sich der jährliche Musikevent in Baden-Baden und Rastatt bei Musikindustrie, Medien und Musikfans mittlerweile eines ähnlichen Nimbus erfreuen kann wie das Festival im Schweizer Montreux am Genfer See. Der Landkreis Rastatt produziert Weltstars. "Die Zuschauer pendeln in Shuttle-Bussen zwischen ungewöhnlichen Veranstaltungsorten wie dem Rokoko-Theater Baden-Baden und der Rohbauhalle des DaimlerChrysler-Werkes in Rastatt", erzählt Frank Bischoff, Leiter SWR 3 Kommunikation & Marketing und Mann der ersten SWR-3-New-Pop-Stunde . "Eine Konzert- und Festivalatmosphäre, die den Besuchern wie auch den Künstlern unvergesslich bleibt."
Als im Jahr 1883 der Hauptlehrer Johann Valentin Neuert seinen Dienst in Staffort antrat, gehörte zu seinen Dienstpflichten auch das Orgelspiel. Er ließ auch den Kirchenchor wieder aufleben, den er bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 1910 leitete. Da sich kein Nachfolger fand, löste sich der Chor auf. Doch die Anfänge der geistlichen Chormusik in Staffort reichen wesentlich weiter zurück. In einem Dokument der Großherzoglich Badischen Kammer aus dem Jahr 1809 wurde für die sogenannte Kanzelempore der damaligen Stafforter Kirche eine bauliche Änderung genehmigt, um Platz für den Chor und eine kleine Orgel zu schaffen. Seit wann und wie lange dieser Chor bestand, ist nicht bekannt. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs entstand 1953, auf Initiative des damaligen Gemeindepfarrers Christian Baumann, aus dem seit ca. 1949 bestehenden EC-Jugendchor sowie dem Mädchen- und Frauenchor der Kirchengemeinde der Kirchenchor Staffort in seiner heutigen Form; bereits damals mit Wilhelm Stober, seiner Frau Gertrud und Helga Stober.
Der Posaunenchor Staffort
(2021)
"Halleluja! Lobet Gott in Seinem Heiligtum … Lobet ihn mit Posaunen … Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“ (Psalm 150,1.3.6) Auf 3.000 Jahre alte Biblische "Einsetzungsworte" berufen sich Evangelische Posaunenchöre schon jahrhundertelang – seit 2016 werden sie als Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO gewürdigt! Lange hatten Bläser es aber schwer, in Kirchen spielen zu dürfen. Martin Luther, der selbst an der Laute komponierte, empfand Trompeten als "himmlisches Feldgeschrei" oder "scheußliches Gottes-Ehr-Schreien". Gleichwohl wurden um 1500 erste Bläser-Motetten komponiert, Michel Praetorius prägte 1618 den Namen "Posaunen Chor", Johann Sebastian Bach sah in einigen Kantaten ausdrücklich Posaunen vor. Ihr Siegeszug als kirchliche Freiluft-"Allwetter-Orgeln" begann 1731 in der Herrnhuter Brüdergemeine, 1738 bereits mit Bläser-Einsatz am frühen Ostermorgen! Doch erst im Lauf des 19. Jahrhunderts verbreiteten sie sich im Zuge der Erweckungsbewegungen als Instrumente der Volksmission in ganz Deutschland – oft in Evangelischen Jünglingsvereinen (CVJM) - und auch in England als "Brass Bands" der Heilsarmee. In unserer Nachbarschaft wurden 1896 die Posaunenchöre in Blankenloch und Friedrichstal gegründet, 1910 in Spöck. 1921, im selben Jahr, in dem in Staffort die 2. Generation Kirchenglocken läuteten, waren auch hier erstmals Posaunen-Klänge zu hören. Da diese erste Initiative aus Mangel an Probenräumen bereits fünf Jahre später wieder einschlief, blieb ihr aber 1934 die Zwangseingliederung in die nationalsozialistische "Reichsmusikkammer" erspart. Umso schneller kam es 1946 schon kurz nach dem Ende des "Dritten Reiches" in Staffort zur Posaunenchor-Neugründung, auch diesmal mit Unterstützung des EC-Jugendbundes der seit 1910 hier bestehenden Liebenzeller Gemeinschaft. Seine kirchenmusikalische "DNA" kommt bis heute bei jedem Einsatz zum Tragen. Dass seit der Jahrtausendwende gelegentlich profane Musik wie etwa Kinohits Aufnahme ins Repertoire findet, ist der ununterbrochenen Verjüngung des Ensembles zu verdanken, da sich die musikalischen Prägungen der Bläserinnen und Bläser von Generation zu Generation unentwegt wandeln. Deshalb bringt unser Posaunenchor regelmäßig eine erfreulich große Bandbreite alten und neuen geistlichen Liedguts zu Gehör.
Mehr als 40 Jahre sind bereits verflogen, seit Philipp Wolfrum durch eine knappe Mitteilung in den Blättern für Hymnologie erstmalig den Blick auf das erste Kurpfälzer Gesangbuch gelenkt hat. Und noch immer hat es die ausführliche Behandlung nicht gefunden, die es im Blick auf die Heimatgeschichte der Pfalz ebenso beanspruchen darf wie im Blick auf seine Bedeutung für die Geschichte des evangelischen Kirchengesanges in Deutschland, und
nicht zuletzt im Blick auf die Tatsache, daß in Deutschland von diesem Buch kein anderes Exemplar bekannt ist als dasjenige, welches das Prakt. Theologische Seminar der Universität Heidelberg besitzt.
Von der Quelle bis zur Mündung bilden zehn europäische Länder die Heimat für einen Fluss, der immer schon mehr war als bloß ein außergewöhnlich schönes Stück Natur. Die Donau ist Geschichte und Gegenwart, Krieg und Frieden, Grenze und Verbindungsader. An ihren Ufern traten Gesellschaftssysteme in Konkurrenz und verfeindete Parteien fochten blutige Schlachten. Sie diente als Mythos für kulturelle Identitäten und auch als Transport- und Handelsroute für wetteifernde Unternehmungen. Menschen zogen an ihr entlang, flussauf und flussab, einen Ort zu finden, der ihnen Wohnstätte ist. Da liegt es nahe, dass die nicht immer so "schöne blaue Donau" auch für Kompositionen und Klangkunst immer wieder zu einer Quelle der Inspiration wird.
30 Jahre Rock at Church
(2021)
Rock at Church feiert 30-jähriges Jubiläum und ist längst fester Bestandteil des Ladenburger Altstadtfestes. Das zweitägige Festival der Evangelischen
Kirchengemeinde Ladenburg ist ein wichtiger Beitrag zur Musikkultur der Stadt und zieht Gäste aus der ganzen Region an. 1991 kamen Jugendliche auf den damaligen Pfarrer an der Evangelischen Stadtkirche, Eckhard Weißenberger, zu, da sie sich angesagte Livemusik am Ladenburger Altstadtfest wünschten und der leere Pfarrhof einen idealen Platz dafür bot. Weißenberger, der stets ein offenes Ohr für neue Ideen und gemeinschaftsfördernde Projekte hatte, unterstützte das Vorhaben. Mit Teamarbeit, Kreativität und Pragmatismus wurde das erste Rock at Church auf die Beine gestellt, wobei ein Traktoranhänger als Bühne für die Musiker diente. Als erstes offizielles Festival gilt der Auftritt beim Altstadtfest 1992.
Wenn wir nun schon sicher wissen, dass der katholische Kirchenchor St. Martinus Fridingen über 325 Jahre alt ist, wäre es doch sicherlich auch interessant zu erfahren, wer den Chor in dieser langen Zeit geleitet hat. Zu früheren Zeiten waren das zumeist die örtlichen Schulmeister, die mit dem hochwillkommenen Zusatzeinkommen aus dem Mesner- und Organistendienst ihren schlechten Lohn aufbessern konnten. Da die Rechnungsbücher der katholischen Kirchengemeinde erst ab dem Ende des 17. Jahrhunderts, und in der Anfangszeit leider auch nur bruchstückhaft, überliefert sind, wissen wir über die Schullehrer und Organisten in der Zeit vor dem Jahr 1780 nur sehr wenig. Zwar ist schon im ältesten erhaltenen Rechnungsbuch von 1684,
aber leider ohne einen Namen zu nennen, die Rede von einem "schuolmaister", ebenso erscheinen Ausgaben für "Kinderlehrsachen". Mit ziemlicher Sicherheit war dieser von der Kirchengemeinde angestellte Schulmeister auch zugleich Mesner und für den Kirchengesang und die damals ebenfalls schon tätige Kirchenmusik zuständig.